DHFD
increase font size decrease font size reset
flag
Home Diabetes Wellness Netzwerk Information Spenden Über uns & Kontakte
Information / Schutz für Ihre Augen   
Information
thriller movie downloads mpeg4

Schutz für Ihre Augen

Das Sehvermögen auch in der Zukunft bewahren Dr. Richard R.Rubin, CDE

Meine Schwester Mary Sue erkrankte vor 43 Jahren an Diabetes. Bis dahin kannte ich niemanden mit Diabetes und wusste daher absolut nichts über diese Krankheit. Das hat sich schnell geändert: ich bemerkte wie anstrengend ein Leben mit Diabetes sein konnte und wie schwierig es war den Blutzuckerwert auf einem normalen Level zu halten, um Komplikationen zu vermeiden. Ich musste immerzu an die Liste mit diesen furchtbaren Folgeerkrankungen denken und die Liste begann und endete immer mit Blindheit. Dass meine Schwester ihre Sehkraft verlieren könnte, hat mich von allen möglichen Folgeerkrankungen am Meisten erschreckt. Damals erblindeten viele Menschen, die an Diabetes litten.

Meine Schwester hat bereits Augenprobleme gehabt, die mit der Diabetes zusammenhingen, aber sie kann die meisten Dinge noch ohne Probleme (außer nachts Auto fahren) meistern, dank harter Arbeit von ihrer Seite aus und durch die Fortschritte in der Diabetesbehandlung in den letzten Jahren. Neue Geräte zur Überprüfung des Glukoselevels machen die Glukosekontrolle für die meisten Menschen mit Diabetes möglich, wenn es auch immer noch eine Herausforderung darstellt. Und wenn es darum geht, die Sehkraft zu beschützen, wissen wir heute wie wichtig es ist, sich dieser Herausforderung zu stellen. Die Reduzierung des A1C Levels (eine Messeinheit für die langfristige Kontrolle) um 1% (zum Beispiel von 8% auf 7%, oder um circa 40mg/dl auf einem Heimmonitor) verringert das Risiko einer diabetischen Retinopathie, eine der häufigsten diabetesbezogenen Augenkrankheiten, um 30-35%. Eine verbesserte Kontrolle hat auch ähnlich positive Vorteile für Leute, die bereits eine Retinopathie entwickelt haben: es verlangsamt und stoppt das Fortschreiten sogar.

Lasertherapie kann Menschen mit Retinopathie und anderen diabetesbezogenen Augenproblemen auch helfen. Es gibt also eine Menge guter Nachrichten im Bezug auf die Gesundheit der Augen, aber wenn man Diabetes hat, dann bedeutet es immer noch eine Menge Extraarbeit das Sehvermögen zu beschützen. Im Folgenden werden Fakten über diabetesbezogene Augenprobleme und deren Behandlung dargestellt, als auch einige Tipps gegeben wie man die Sehkraft beschützen kann.

Fakten und Behandlungsmethoden von diabetesbezogenen Augenproblemen
Menschen, die unter Diabetes leiden, haben eine höhere Chance an unterschiedlichen Augenproblemen zu erkranken (neben der Retinopathie, die am Häufigsten ist); zu diesen Problemen gehört Glaukoma (grüner Star), Makulaödem und Linsentrübung (grauer Star). Diabetes steigert das Risiko einer Person zu erblinden um das vierfache, und Diabetes gehört immer noch zu den Hauptverursachern von Erblindung in den Vereinigten Staaten und anderen industrialisierten Ländern.

  • Die Retina befindet sich auf der Rückseite des Auges und funktioniert wie eine Kinoleinwand. D.h. auf der Retina sieht man, was man sieht.
  • Wenn man unter Retinopathie leidet, bedeutet das, dass die Blutgefäße in der Retina schwächer werden und manche sogar komplett blockiert sind.
  • Um dies zu kompensieren, werden neue Blutgefäße gebildet, die jedoch so zerbrechlich sind, dass sie platzen und sich Blut vor der Retina ansammelt; was zu einem Verlust der Sehkraft führen kann.
  • Die meisten Menschen, die an Diabetes leiden, entwickeln eine Art von Retinopathie: mehr als die Hälfte innerhalb der ersten 10 Jahre und mehr als 90% innerhalb der ersten 15 Jahre.
  • Lasertherapie ist eine sehr effektive Behandlungsmethode für Retinopathie. Die Behandlung beinhaltet, dass die Retina mit hunderten von kleinen Laserexplosionen beschossen wird, wobei undichte Gefäße repariert werden und die Bildung neuer verlangsamt wird. Manche Arten dieser notwendigen Lasertherapie verursachen jedoch eine teilweise Einschränkung des Gesichtfeldes und verursachen Nachtblindheit.
  • Falls sich sehr viel Blut vor der Retina gesammelt hat oder die Retina begonnen hat, sich abzulösen, kann eine Prozedur, die man Vitrectomie nennt, eingesetzt werden, um das Blut zu entfernen oder um die Retina wieder zu befestigen.

Was kann man tun, um Augenprobleme zu vermeiden?

  • Der Glukoselevel sollte so nah wie möglich auf dem Normallevel gehalten werden. Das Sehvermögen zu bewahren, ist ein weiterer guter Grund auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Jegliche Art von anhaltender Verbesserung des Glukoselevels bedeutet eine Verminderung des Risikos Augenprobleme zu entwickeln; große Verbesserungen sind großartig, aber sogar kleine Verbesserungen können einen Unterschied machen. Abgesehen davon, kann das Vermeiden eines hohen Blutzuckerspiegels sofortige Verbesserung der Sicht bewirken, da viele Leute eine verschwommene Sicht bekommen, sobald ihr Blutzucker für eine Weile zu hoch war.
  • Man sollte regelmäßig die Augen untersuchen lassen! Falls man eine frühe Variante der Retinopathie hat (die nichtproliferativ genannt wird), weiß man das nicht. Die einzige Möglichkeit eine Retinopathie frühzeitig zu behandeln - dann, wenn man die beste Chance auf eine Heilung hat - ist es die Retina von einem Arzt untersuchen zu lassen. Ein jährlicher Besuch beim Augenarzt sollte ein fester Bestandteil eines jeden Diabetesvorsorgeplans sein.
  • Man sollte seinen Arzt sofort kontaktieren, wenn man eine Veränderungen in der Sicht bemerkt. Das Problem könnte etwas Harmloses sein, wie kurzweilig hohe Blutzuckerwerte, aber es ist besser, wenn man sich sofort darum kümmert, um Schlimmeres auszuschließen.

Falls man bereits Augenprobleme hat  

  • Wird man zusätzliche Probleme haben, mit denen man umgehen muss. Solche Dinge wie das Ablesen und Benutzen des Blutglukosemonitors werden schwieriger und manche andere Dinge, wie z.B. nachts fahren, werden unmöglich sein. Wahrscheinlich wird man sich auch mehr Sorgen um die Zukunft machen.
  • Jeder Mensch geht mit solchen Extralasten auf eigene Art und Weise um. Für manche liegt der Schlüssel darin, den Verlust zu akzeptieren und Frieden mit der Zukunft zu schließen. Eine meiner Patientinnen verlor ihr Augenlicht auf dem rechten Auge durch Retinopathie. Sie war noch eine sehr junge Frau und hatte noch keinen Lebenspartner gefunden. Sie glaubte, dass die Tatsache, dass sie auf einem Auge blind war, sie entstelle und sie niemals die Liebe ihres Lebens finden würde. Sie versuchte einige Monate lang, eine andere Einstellung gegenüber ihrer Situation zu finden und schließlich gelang ihr das auch. Eines Tages lächelte sie zum ersten Mal, seitdem ich sie kannte und sagte, „anstatt mir selbst einzureden, dass ich entstellt bin, sage ich mir nun, dass das Auge, das ich verloren habe, ein Ersatzauge war. Irgendwie macht mir das stärker bewusst, was ich noch habe, anstatt was ich verloren habe. Ich bin bereit mit meinem Leben weiterzumachen.“
  • Der Tagesablauf sollte vereinfacht werden. Falls Lesen, Fernsehschauen, das Ausfüllen von Formularen und das Ablesen des Blutzuckermessgerätes Probleme bereiten, gibt es Hilfsmittel. Mein Vater hatte über zwanzig Jahre lang ein sehr eingeschränktes Sehvermögen durch eine Krankheit, die nichts mit Diabetes zu tun hatte. Im Alter von 85 Jahren liest er immer noch begeistert und arbeitet als Wissenschaftler. Hierfür benutzt er eine Vorrichtung, welche die einzelnen Buchstaben um ein vielfaches vergrößert, so dass er weiterhin seine Interessen verfolgen kann. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt über Ihre Bedürfnisse.
  • Kontakt aufnehmen. Es hilft mit Menschen zu sprechen, die mit dengleichen Problemen umgehen müssen. Es gibt wahrscheinlich eine Diabeteshilfsgruppe in einem nahgelegenem Krankenhaus und auch Foren im Internet, die sich mit Informationen und Hilfe bei Diabetes und nachlassendem Sehvermögen beschäftigen.

Ihre Sehkraft ist wertvoll; holen Sie sich jede Hilfe, die Sie brauchen um sie zu beschützen.

Information


©2008 Diabetes Hilfs- und Forschungsfonds
Deutschland gemeinnützige GmbH
Built by Emworx
Login